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Training im Fitnessstudio für Canicross, Bikejoring und Scootering: Ein Leitfaden für den Hundeführer

Training im Fitnessstudio für Canicross, Bikejoring und Scootering: Ein Leitfaden für den Hundeführer

Beim Canicross, Bikejoring und Scootering neigt man dazu, den Hund als den Motor zu betrachten, der alles antreibt. In Wirklichkeit ist der Hundeführer der zweite Motor: Das bedeutet, dass, wenn der “menschliche Motor” ins Stocken gerät oder ausfällt, alles zum Stillstand kommt und das Verletzungsrisiko steigt. Im Zughundesport ist das schwächste Glied fast immer der Mensch, und deshalb ist es unerlässlich, dass du im Fitnessstudio an deiner eigenen körperlichen Fitness arbeitest, um Verletzungen zu vermeiden, die dadurch entstehen können, dass du von deinem Hund gezogen wirst, und um die Leistung eures Teams zu verbessern. In diesem Leitfaden werfen wir einen Blick auf einige der Übungen, die du machen solltest, und darauf, warum.


Der menschliche Athlet ist der zweite Motor des Teams

Im Hundesport sind die besten Teams diejenigen, bei denen der vierbeinige Athlet und der menschliche Athlet in perfekter Synergie zusammenarbeiten und, wenn nötig, bereit und in der Lage sind, füreinander an ihre Grenzen zu gehen. Zughunde laufen mit 25–30 km/h und können beim Ziehen eines Fahrrads oder Scooters sogar 40 km/h erreichen. Die Kraft, die dabei auf deinen Zugbügel bzw. deine Zugleine oder dein Zuggeschirr wirkt, kann daher ziemlich brutal sein, insbesondere wenn du Läufer bist.

Oft konzentrieren sich Menschen, wie auch in anderen Sportarten, eher auf Ausdauertraining als auf gezieltes Muskeltraining: ein großer Fehler. Das Training im Fitnessstudio sollte in erster Linie darauf ausgerichtet sein, Verletzungen zu vermeiden, die durch das Ziehenlassen durch den Hund entstehen können.


Was passiert mit deinem Körper, wenn dein Hund zieht?

Canicross: erhöhte Belastung für Knie, Knöchel und Wirbelsäule

Beim Canicross “zwingt” dich der Zug des Hundes dazu, längere und schnellere Schritte als gewöhnlich zu machen, wodurch sich die Belastung für deine Knie, Knöchel und Wirbelsäule verdreifacht. Mit den richtigen Übungen im Fitnessstudio können deine Muskeln darauf trainiert werden, als Stoßdämpfer zu wirken und dadurch einen Teil der Belastung abzufedern, die beim Cross-Country-Lauf mit deinem Hund entsteht.

Zugleinen sind eine Belastung für den Rücken

Im Zughundesport wird die Leine des Hundes an deiner Hüfte oder am Lenker deines Fahrrads oder Scooters befestigt. Das bedeutet, dass die Stabilisierung deiner Wirbelsäule von entscheidender Bedeutung ist, denn wenn dein Hund plötzlich zur Seite zieht oder einen unerwartet starken Ruck macht, muss dein Rücken den größten Teil der durch Verdrehung und Überstreckung entstehenden Kräfte auffangen. Um diesen Kräften standzuhalten, brauchst du eine starke Rumpfmuskulatur. Ein schwacher Rumpf bietet keine ausreichende Stabilisierung und erhöht das Risiko eines Bandscheibenvorfalls oder von Ischiasbeschwerden.

Bikejoring und Scootering: Schwache Beine machen dich zum toten Gewicht

Beim Bikejoring und Scootering musst du den Hund unterstützen, indem du in kritischen Abschnitten oder bergauf kräftig in die Pedale trittst bzw. kräftig mit dem Bein anschiebst, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Wenn dir neben einer guten kardiovaskulären Ausdauer auch die nötige Beinkraft fehlt, bist du schlicht und einfach totes Gewicht.


Die wichtigsten Übungen, die du für den Zughundesport machen solltest

Klassisches Bodybuilding-Training ist für diese Sportarten nicht besonders hilfreich. Du brauchst funktionelle Übungen, die sich auf drei wichtige Aspekte konzentrieren: asymmetrische Kraft, tiefe Rumpfstabilität und exzentrische Kraft.

RUMPF: Anti-Rotationsübungen statt klassischer Crunches

Vergiss Crunches. Du brauchst Übungen, die Stabilität und Anti-Rotationskraft trainieren, damit dein Rumpf äußeren Kräften besser widerstehen kann, beispielsweise wenn dein Hund plötzlich zieht.

  • Pallof Press: Verwende ein seitlich verankertes Widerstandsband oder einen Kabelzug. Greife den Griff und halte ihn vor deiner Brust. Strecke dann die Arme nach vorne aus. Dein Rumpf muss stark arbeiten, um zu verhindern, dass sich dein Oberkörper in Richtung des Verankerungspunkts dreht.
  • Dynamische Planks: Verschiedene Variationen helfen dabei, Rumpfstabilität und Widerstandsfähigkeit aufzubauen.
  • Full Bird-Dog: Hervorragend zur Kräftigung der tiefen stabilisierenden Muskeln der Wirbelsäule und des Rumpfes.

BEINE: Einbeinige Übungen sind entscheidend

Beim Canicross läufst du natürlich, indem du dich jeweils mit einem Bein abstößt, und beim Scootering stößt du dich asymmetrisch ab. Deshalb sind einbeinige Übungen unverzichtbar.

  • Rückwärtsausfallschritte oder bulgarische Ausfallschritte: Wenn du einen Schritt nach hinten in einen Ausfallschritt machst oder deinen hinteren Fuß auf eine Bank stellst, führst du im Grunde eine einbeinige Kniebeuge aus. Diese Übung trainiert Quadrizeps und Gesäßmuskulatur und verbessert die Kniestabilität. Außerdem simuliert sie die Belastung, die entsteht, wenn dein Fuß beim Laufen auf den Boden aufsetzt.
  • Einbeiniges rumänisches Kreuzheben: Entscheidend zur Kräftigung der hinteren kinetischen Kette (Hamstrings und Gesäßmuskulatur) und zur Verbesserung der Sprunggelenksstabilität, was auf dem unebenen und anspruchsvollen Gelände, auf dem diese Sportarten ausgeübt werden, besonders wichtig ist.

EXPLOSIVKRAFT: kontrolliertes plyometrisches Training

  • Box Jump und Drop Jump: Das Springen auf eine erhöhte Plattform und wieder herunter sowie das kontrollierte Abfedern des Aufpralls, wenn die Füße den Boden berühren, trainiert die Sehnen darin, die exzentrische Bewegung beim Laufen zu bewältigen.

OBERKÖRPER UND GRIFFKRAFT: Kontrolle über das Fahrzeug

Um ein Fahrrad oder einen Scooter zu steuern, das bzw. der von einem Hund mit 30 oder 40 km/h über einen Schotterweg gezogen wird, und dabei eine gute Körperhaltung beizubehalten, brauchst du eine ausgezeichnete Oberkörperkraft. Um Arme, Schultern und Griffkraft zu trainieren, die für die Kontrolle beim Bikejoring und Scootering entscheidend sind, empfehle ich:

  • Farmer’s Walk (oder Farmer’s Carry): Gehe, während du in jeder Hand eine schwere Kurzhantel hältst und die Arme seitlich am Körper hängen lässt. Diese Übung baut enorme Griffkraft auf und stabilisiert die Schultermuskulatur (Rotatorenmanschette), den Trapezmuskel und die Bauchmuskeln.
  • Rudern (mit Langhantel, Kabelzug oder Kurzhanteln): Stärkt die Rückenmuskulatur (Latissimus dorsi), wodurch du besser in der Lage bist, dem heftigen Rucken des Hundes am Lenker standzuhalten, ohne dass deine Arme nach vorne “gerissen” werden, und die Zugkraft an deiner Hüfte effektiv auszugleichen.

Beweglichkeit, Propriozeption und Dehnung: Lass sie niemals aus

Integriere immer Übungen für Beweglichkeit, Propriozeption und Gleichgewicht in dein Aufwärmprogramm und widme die Abwärmphase dem Dehnen.


Ein letzter Tipp: Passe dein Trainingsprogramm individuell an

Dies sind nur einige der Übungen, die dazu beitragen können, deine Leistung zu verbessern. Mein Rat ist jedoch immer, sie mithilfe einer sportwissenschaftlichen Fachkraft in dein Trainingsprogramm zu integrieren. Diese kann weitere Übungen hinzufügen, die auf deinen spezifischen Schwächen, deiner Körperhaltung und deiner “sportspezifischen” Biomechanik basieren. Ein individuell angepasstes Trainingsprogramm ist unerlässlich.

Und denk daran: Du trainierst, um in der Sportart, die du gemeinsam mit deinem Hund als Team betreibst, besser zu werden. Es mag wie ein triviales Konzept erscheinen, aber genau darin liegt der Schlüssel zu allem.


Mattia Minori Dog-Trail- und Canicross-Meister.
Kinesiologe und Posturologe, mit einem Bachelorabschluss in Trainingswissenschaft, einem Masterabschluss in Sportwissenschaft und Sportmethodik sowie einem Masterabschluss in Sportposturologie.

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FAQ

Warum sollten Menschen, die mit ihren Hunden laufen, zusätzlich im Fitnessstudio trainieren?

Weil der Zug des Hundes die Belastung auf Knie, Knöchel und Wirbelsäule erhöht und den Rücken plötzlichen Verdrehungskräften aussetzt. Das Training im Fitnessstudio trainiert die Muskeln darin, als Stoßdämpfer und Stabilisatoren zu wirken, und verringert dadurch das Risiko von Verletzungen wie Bandscheibenvorfällen und Ischiasbeschwerden.

Welche Übungen sind für Canicross und Bikejoring am effektivsten?

Übungen für die Rumpfstabilität (Pallof Press, dynamische Planks, Bird-Dog), einbeinige Beinübungen (bulgarische Split Squats, einbeiniges Kreuzheben), kontrolliertes plyometrisches Training (Box Jumps und Drop Jumps) sowie Übungen zur Kräftigung von Griff und Rücken (Farmer’s Walk, Rudern).

Wie oft sollte ich trainieren?

Mindestens einmal pro Woche wird empfohlen. Du kannst deine Trainingszeit im Fitnessstudio auf bis zu drei Einheiten pro Woche erhöhen, vorausgesetzt, das Programm ist gut strukturiert und mit dem Ausdauertraining ausgewogen abgestimmt.

Reicht es aus, zu laufen oder Rad zu fahren, um sich auf Zughundesportarten vorzubereiten?

Nein. Sich ausschließlich auf die kardiovaskuläre Fitness zu konzentrieren und das Krafttraining zu vernachlässigen, ist der häufigste Fehler: Ohne Kraft und Stabilität belastet der Zug des Hundes deine Gelenke und macht dich zum schwächsten Glied des Teams.

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