Zughundesportarten wie Canicross, Bikejöring und Dogscootering sind nicht nur für “perfekte Hunde” – sie sind auch mit reaktiven und ängstlichen Hunden möglich!
Wir haben kürzlich einen Artikel mit dem Titel “Canicross als Ausgleich: Körperliche Aktivität zur Beruhigung ängstlicher und reaktiver Hunde” veröffentlicht (hier lesen), der hervorhebt, wie Zughundesportarten ängstlichen Hunden helfen können, indem sie die Bindung zu ihrem Menschen stärken, Selbstvertrauen aufbauen und die Trainingsbereitschaft erhöhen.
Wir verstehen, dass sich der erste Schritt in den Zughundesport mit einem sensiblen oder reaktiven Hund überwältigend anfühlen kann, selbst wenn man sehr motiviert ist, es auszuprobieren. Genau deshalb haben wir diesen Artikel zusammengestellt! Wir hoffen, dass wir den Prozess für dich erleichtern können, indem wir hilfreiche Tipps teilen.
1. Den richtigen Ort wählen
Es ist sehr wichtig, mögliche Orte im Vorfeld zu erkunden – beginne vielleicht zunächst nur mit einem einfachen Spaziergang dort –, um zu entscheiden, ob sie den Bedürfnissen deines Hundes entsprechen.
Achte auf einen Weg mit folgenden Eigenschaften:
- Nicht überlaufen
Öffentliche Parks und beliebte Touristenorte sind in der Regel nicht ideal. Versuche stattdessen, Orte mit wenig Verkehr zu finden, wie landwirtschaftliche Wege (mit Erlaubnis des Grundstückseigentümers, falls sie privat sind), Forststraßen oder ruhige ländliche Pfade. - Gute Übersicht
Wähle ein Gebiet, in dem du andere Hunde, Menschen oder andere potenzielle Auslöser schon aus der Entfernung gut erkennen kannst. Vermeide Wege mit vielen scharfen Kurven, dichter Vegetation oder hohen Hindernissen, die die Sicht versperren. - Ausreichend Platz
Auch wenn du andere frühzeitig siehst, wirst du ihnen nicht immer komplett ausweichen können. Breite Wege geben dir die Möglichkeit, sicher vorbeizugehen, umzudrehen oder mehr Abstand zu halten. Schmale Pfade können schwierig sein, da man sich beim Umdrehen manchmal zwischen zwei Auslösern eingeklemmt wiederfinden kann.
2. Den richtigen Zeitpunkt wählen
Die beste Zeit, um Menschenmengen zu vermeiden, ist meist früh morgens oder spät abends an Wochentagen. Der wichtigste Ratschlag, den wir dir jedoch geben können, ist, den gewählten Ort zu unterschiedlichen Zeiten während der Woche zu besuchen – zunächst nur für normale Spaziergänge –, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie belebt dieser Ort normalerweise ist, bevor du dort trainierst.
3. Einen Maulkorb verwenden
Wenn von deinem Hund ein potenzielles Beißrisiko ausgeht, verwende immer einen Maulkorb!
Selbst wenn du alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen hast, ist es unmöglich, unerwartete Situationen oder Auslöser vollständig zu vermeiden.
Glücklicherweise gibt es inzwischen ausgezeichnete Maulkorbmodelle, die es Hunden ermöglichen zu hecheln und normale Verhaltensweisen wie Gähnen, Bellen und Lecken auszuführen. Manche Maulkörbe verfügen sogar über Öffnungen für Leckerlis, und bestimmte Spielzeuge sind so konzipiert, dass sie hineinpassen, was Belohnung und Ablenkung deutlich erleichtert.
4. Erwartungen realistisch halten
Wenn du mit einem sensiblen Hund läufst, konzentriere dich auf das Erlebnis statt auf Leistung oder Rekorde. Manchmal wirst du anhalten, umdrehen oder warten müssen, um Auslöser zu vermeiden, mit denen dein Hund noch nicht umgehen kann. Wenn du dir von Anfang an keine konkreten Leistungsziele oder Zeiten setzt, fühlen sich diese Anpassungen deutlich weniger frustrierend an.
Du solltest auch akzeptieren, dass Wettkämpfe vielleicht nichts für euch sind oder dass es keinen Zeitdruck gibt, an Wettkämpfen teilzunehmen, wenn dein Hund sich in der Nähe fremder Hunde, Menschen oder lauter Geräusche unwohl fühlt. Selbst wenn dein Hund im Herzen ein Champion ist, ist kein Titel es wert, sein Selbstvertrauen, seinen Trainingsfortschritt oder sein allgemeines Wohlbefinden zu gefährden.
Wenn du jedoch Fortschritte siehst und entschlossen bist, an Wettkämpfen teilzunehmen, denke daran, dass du möglicherweise bestimmte Anpassungen bei den Veranstaltern anfragen kannst, wenn du sie im Voraus darüber informierst, dass dein Hund sensibel ist. So kann es zum Beispiel erlaubt sein, als Letzte*r zu starten, mit einer bestimmten Gruppe zu beginnen, mit der dein Hund bereits vertraut ist, oder mit einer Gruppe, die seine Reaktivität nicht auslöst, falls er nur auf bestimmte Hundetypen reagiert.










