Was ist Bikejöring?
Bikejöring ist eine Sportart, bei der dein Hund mit deinem Fahrrad verbunden ist und dich nach vorne zieht, während du in die Pedale trittst. Dadurch entstehen noch mehr Geschwindigkeit und Zugkraft.
In der Regel wird Bikejöring mit einem oder zwei Hunden ausgeübt. Manche Profis spannen mehrere Hunde gemeinsam ein, doch dadurch steigt das Risiko und der Sport wird deutlich schneller und schwieriger zu kontrollieren.
Beim Bikejöring ist das Tempo wesentlich höher als beim Canicross. Deshalb sind eine gute Vorbereitung, ein angemessenes Training sowie eine gute Kontrolle und schnelle Reaktionsfähigkeit des Hundeführers erforderlich, ebenso wie die passende Sicherheitsausrüstung. Außerdem braucht es eine enge Bindung zu deinem Hund, damit die Teamarbeit gut funktioniert.
Wie die meisten Zughundesportarten wurde Bikejöring ursprünglich entwickelt, um Schlittenhunde außerhalb der Wintersaison zu trainieren. Für Musher ist es eine hervorragende Möglichkeit, Hunde einzeln zu beurteilen und gemeinsam Spaß zu haben. Heute ist Bikejöring längst eine eigenständige Sportart, und weltweit finden regelmäßig Wettkämpfe statt.
Ist Bikejöring für deinen Hund geeignet?
Für Freizeittraining und zur geistigen sowie körperlichen Auslastung deines Hundes kann fast jeder gesunde Hund Bikejöring ausprobieren. Natürlich solltest du deinem Hund die notwendigen Kommandos bereits vorher beibringen, damit ihr beide sicher unterwegs seid.
Bei Wettkämpfen stammen die meisten Hunde aus nordischen Rassen oder Vorstehhunderassen. Mit der richtigen Motivation sind jedoch auch viele Hütehunde, Retriever und verschiedene Schäferhundrassen sehr erfolgreich im Bikejöring. Grundsätzlich kann jeder Hund teilnehmen, allerdings lassen sich mit größeren Hunden (über 15 kg) höhere Geschwindigkeiten leichter erreichen.
Bevor ihr mit einer körperlichen Aktivität beginnt, solltest du deinen Tierarzt konsultieren, um sicherzustellen, dass dein Hund gesund und körperlich in der Lage ist, teilzunehmen.
Es ist außerdem möglich, dass dein Hund zunächst Stress zeigt, wenn ihm das Zuggeschirr angelegt wird und/oder wenn er sich in der Nähe des Fahrrads befindet. Falls du dies bemerkst, ist es wichtig, das Tempo zu reduzieren und durch konsequentes, schrittweises Training eine positive Verknüpfung mit der gesamten Bikejöring-Ausrüstung aufzubauen.
Wie du deinen Hund Schritt für Schritt an das Tragen eines Geschirrs gewöhnst, erfährst du in unserem Artikel: “Ein respektvoller, stressarmer Ansatz für das Geschirrtraining”.
Unverzichtbare Ausrüstung für das Bikejöring
→ Mountainbike
Ein Fahrrad mit breiten Reifen, das für unebenes Gelände geeignet ist, ist unverzichtbar. Ebenso wichtig sind sehr zuverlässige Bremsen, um sowohl deine Sicherheit als auch die deines Hundes zu gewährleisten.
→ Helm
Beim Bikejöring ist das Sturzrisiko aufgrund der hohen Geschwindigkeiten größer. Selbst gut trainierte Hunde können unerwartet reagieren, daher ist ein guter Kopfschutz äußerst wichtig.
→ Bikejöring-Antenne
Aus Sicherheitsgründen solltest du eine flexible Antenne verwenden, die die Zugleine während der Fahrt vom Vorderrad fernhält.
→ Elastische Zugleine
Die Leine wird am Fahrrad befestigt, durch die Antenne geführt und mit dem Zuggeschirr deines Hundes verbunden. Ihre Elastizität ist entscheidend, um den Rücken deines Hundes zu schützen und für einen gleichmäßigeren Zug zu sorgen.
Nach den IFSS-Bestimmungen sollte die Leine im vollständig ausgezogenen Zustand zwischen 2 und 3 Metern lang sein.
→ Zuggeschirr
Dein Hund muss ein speziell entwickeltes Zuggeschirr tragen, das die Zugkraft gleichmäßig über den Körper verteilt und gleichzeitig vollständige Bewegungsfreiheit ermöglicht.
Welches Axaeco-Modell am besten zu deinem Hund passt, erfährst du in unserem Artikel “Zughundegeschirre – Leitfaden”.
Du kannst außerdem in weitere Schutzausrüstung für dich selbst investieren, beispielsweise eine Schutzbrille, Handschuhe oder einen Rückenprotektor. Dein Hund benötigt möglicherweise Hundeschuhe, wenn der Untergrund sehr rau ist oder er empfindliche Pfoten hat.
Welche Bedingungen sind ideal für Bikejöring?
Untergrund
Bikejöring wird in der Regel auf Waldwegen oder Schotterstraßen ausgeübt. Es ist wichtig, möglichst weiche Untergründe zu wählen, da Hunde mit hoher Geschwindigkeit laufen und harte Oberflächen wie Asphalt ihre Gelenke stark belasten können.
Temperatur
Bikejöring ist ein sehr intensiver Sport, der die Körpertemperatur deines Hundes schnell und gefährlich ansteigen lassen kann. Am besten wird es bei kühlem Wetter ausgeübt und kann bei Temperaturen über 15-18 °C unsicher werden. Die genaue Grenze hängt natürlich vom einzelnen Hund ab. Dennoch ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen und diese allgemeine Empfehlung zu beachten. Wenn du mehr über das Training bei warmem Wetter erfahren möchtest, lies unseren Artikel “Zughundesport bei warmem Wetter: Sicherheit, hilfreiche Strategien und was zu vermeiden ist”.
So bereitest du deinen Hund auf das Bikejöring vor
Bevor du mit deinem Hund vor dem Fahrrad fährst, gibt es einige wichtige Schritte zu beachten.
Am besten beginnst du mit Canicross. So kannst du deinem Hund die Kommandos leichter beibringen und seine Ausdauer schrittweise aufbauen.
Nützliche Kommandos sind:
- Los: Signalisiert deinem Hund, dass ihr startbereit seid und er mit dem Ziehen beginnen kann.
- Stopp: Wird am Ende einer Trainingseinheit verwendet, ist aber auch für Notstopps unverzichtbar.
- Rechts / Links: Hilft dabei, deinen Hund durch Kurven, Streckenwechsel und beim Überholen im Wettkampf zu führen.
- In Position: Bei Wettkämpfen kann ein Helfer deinen Hund am Start festhalten. Es ist jedoch wesentlich einfacher, wenn dein Hund bereits weiß, wie er sich vor dem Fahrrad richtig positionieren soll. Das spart wertvolle Zeit und sorgt für einen reibungsloseren Start.
Du solltest außerdem allein mit deinem Mountainbike auf verschiedenen Untergründen trainieren, um deine Fahrtechnik zu verbessern (Bremsen, Richtungswechsel, Fahren auf unebenem Gelände usw.).
Wenn du bereit bist, mit dem Bikejöring zu beginnen, starte mit niedriger Geschwindigkeit und kurzen Trainingseinheiten. Das ist nicht nur wichtig für die Gesundheit deines Hundes, sondern auch, um seine Motivation zum Ziehen aufrechtzuerhalten. Ist er hohe Geschwindigkeiten oder längere Belastungen nicht gewohnt, kann er schnell müde oder abgelenkt werden.
In den meisten Regionen gibt es Vereine, die Gruppentrainings und Wettkämpfe organisieren. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, Anleitung zu erhalten, deine Fähigkeiten zu verbessern und deinen Hund motiviert zu halten.
Flüssigkeitsversorgung und Ernährung
Hunde, die Bikejöring betreiben, sind echte Sportler. Deshalb sollten sie mit Futter für aktive oder sportlich geführte Hunde ernährt werden, das in der Regel einen höheren Fett- und Proteingehalt aufweist. Zusätzlich können Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gelenke sinnvoll sein.
Während des Trainings sollte besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung geachtet werden. Das Laufen mit Bikejöring-Geschwindigkeit ist für Hunde sehr anstrengend, daher ist es entscheidend, dass sie sowohl vor als auch nach dem Training ausreichend trinken. Mehr zu diesem wichtigen Thema erfährst du in unserem Artikel “Flüssigkeitszufuhr: ein oft vernachlässigtes Element in der Ernährung von Hundeathleten”.
Wettkämpfe
Wettkämpfe sind eine großartige Gelegenheit, Gleichgesinnte kennenzulernen und den Fortschritt eures Teams zu beurteilen. Natürlich interessieren sich Hunde nicht für Platzierungen, oberste Priorität ist, dass auch für sie die Erfahrung positiv und mit Freude verbunden bleibt.
In der Regel ist es erlaubt und sogar ausdrücklich empfehlenswert, die Strecke vor dem Rennen gemeinsam mit deinem Hund abzugehen. So könnt ihr mögliche Herausforderungen erkennen und den Streckenverlauf besser verstehen. Das kann das Unfallrisiko verringern und während des Rennens sogar wertvolle Zeit sparen. Die Wettkampfdistanzen liegen meist bei etwa 5 km, können jedoch je nach Kategorie und Jahreszeit zwischen 3 und 7 km variieren.
Üblicherweise wird der Hund rechtzeitig vor dem Rennen gefüttert (mindestens 4 Stunden vorher) und die Wasseraufnahme etwa 2 Stunden vor dem Start eingeschränkt, um das Risiko einer Magendrehung oder Magenüberdehnung zu reduzieren.
Wenn der Start näher rückt, solltest du daran denken, sowohl dich selbst als auch deinen Hund mit einem Spaziergang und einigen gezielten Übungen aufzuwärmen.
Nach dem Rennen kannst du, unabhängig vom Ergebnis, stolz auf euer Team sein. Plane ausreichend Zeit für das Auslaufen mit einem Spaziergang ein, gib deinem Hund die Möglichkeit, ausreichend zu trinken, und ziehe bei Bedarf Regenerationsergänzungen in Betracht.
Fazit
Bikejöring ist ein unglaublich unterhaltsamer und lohnender Sport. Wenn dein Hund gerne zieht, bietet er ihm die perfekte Möglichkeit, mit voller Geschwindigkeit zu laufen. Zwar erfordert Bikejöring ein gutes Training und Aufmerksamkeit für die Sicherheit, doch die Erfahrung lohnt sich in jeder Hinsicht. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, die Bindung zu deinem Hund zu stärken und herauszufinden, wie gut ihr als Team zusammenarbeitet.
Wenn Sie nach einem schnellen Einstieg ins Bikejöring suchen, werfen Sie einen Blick auf unser Bike-Jöring Starter Kit!
FAQ
Theoretisch kann jeder gesunde Hund diese Sportart ausprobieren, vorausgesetzt, dass vorher ausreichend trainiert wird.
Dennoch sind zwei Faktoren besonders wichtig:
→ Die Motivation und Freude deines Hundes
Dein Hund sollte wirklich Lust haben, vor dir zu laufen. Achte auf Begeisterung und Vorfreude. Wirkt er hingegen zögerlich oder gestresst, solltest du ihn nicht dazu drängen und stattdessen eine andere Aktivität wählen.
→ Die körperliche Verfassung deines Hundes
Auch wenn dein Hund grundsätzlich gesund ist, setzt Bikejöring eine ausgezeichnete körperliche Verfassung voraus. Hunde mit Gelenkproblemen oder rassebedingten Einschränkungen (zum Beispiel Atemproblemen) können Schwierigkeiten haben. In solchen Fällen sind Canicross oder Dog Trekking meist die bessere Wahl.
Wenn du Bikejöring als Freizeitsport betreibst, kannst du ein ruhigeres Tempo wählen, bei dem dein Hund in einem angenehmen Trab läuft. Im Wettkampf versuchen Teams hingegen, die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen. Durchschnittlich werden 30-35 km/h gefahren, mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h auf geraden Strecken.
Neben dem offensichtlichen Unterschied, Laufen oder Radfahren hinter dem Hund, gibt es weitere wichtige Unterschiede:
– Dein Hund fühlt sich möglicherweise wohl, wenn du hinter ihm läufst, aber nicht, wenn sich ein schnelles Fahrrad direkt hinter ihm befindet.
– Das Tempo ist unterschiedlich, und je nach Persönlichkeit und Bedürfnissen deines Hundes kann eine der beiden Sportarten besser geeignet sein.
– Für den Komfort von Hund und Halter können unterschiedliche Leinenlängen erforderlich sein.
– Beim Bikejöring besteht ein höheres Sturzrisiko. Sei dir der Risiken bewusst und trage stets geeignete Schutzausrüstung.
– Beim Bikejöring hast du deutlich weniger Kontrolle über deinen Hund, was bei reaktiven oder unerfahrenen Hunden problematisch sein kann.
– Bereits in der ersten Trainingseinheit mit voller Geschwindigkeit loszufahren. Gewöhne deinen Hund zunächst an das Fahrrad und beginne mit langsamen Trainingseinheiten.
– Das Aufwärmen des Hundes zu vergessen.
– Bikejöring auf Straßen oder Asphaltwegen zu betreiben.
– Ungeeignete Ausrüstung zu verwenden.
– Wasser
– Ein Erste-Hilfe-Set
– Leckerlis für die Aufwärmübungen
– Ein Geschirr und eine Schleppleine für einen ordentlichen Aufwärmspaziergang
– Kotbeutel und Poop Of
– Ein Handtuch
Ja. Beim Bikejöring sollte die Zugleine immer unter Spannung stehen. Du solltest niemals schneller fahren als dein Hund und neben ihn gelangen, zum Beispiel auf einer Abfahrt. Dadurch könnte dein Hund unter Druck geraten, schneller zu laufen, als es gesund oder sicher ist.
Wie bei den meisten Sportarten machen gutes Training und Erfahrung den entscheidenden Unterschied. Auf hohem Niveau können erfahrene Teams die meisten Situationen sicher meistern, dank eines ausgezeichneten Verständnisses des Hundes, intensiven Trainings und eines großen Vertrauens, das sich zwischen Fahrer und Hund über viele Jahre aufgebaut hat.










