Dog Trail ist eine Sportart, die – wie der Name bereits vermuten lässt – im Wesentlichen Trailrunning mit dem Hund ist. Der Hund trägt ein spezielles Geschirr, an dem eine elastische Leine (Bungee-Leine) befestigt ist, die wiederum am Laufgürtel des Läufers eingehängt wird.
Worin unterscheidet es sich von Canicross?
Die Unterschiede zwischen Dog Trail und Canicross liegen in der Länge der Strecke, die beim Dog Trail länger ist, in den größeren Höhenunterschieden sowie im Gelände, das bergig und daher ungleichmäßiger ist.
Canicross-Strecken sind in der Regel etwa 3-5 km lang, das Gelände ist meist grasbewachsen und flach, mit wenigen oder gar keinen Anstiegen, und der Hauptfokus liegt auf der Geschwindigkeit.
Dog-Trail-Strecken variieren in der Länge von 8 bis 20 km. Das Gelände ist bergig und kann steinig sein, mit teilweise steilen Anstiegen und Höhenunterschieden von bis zu 1.000 Metern. Hier liegt der Fokus auf Ausdauer. Selbstverständlich unterscheidet sich auch die Dauer der beiden Disziplinen erheblich: Ein Canicross-Rennen dauert im Durchschnitt etwa 10-20 Minuten, während Dog-Trail-Wettkämpfe von rund 40 Minuten bis zu über 2 Stunden dauern können.
In beiden Sportarten ist eine gute Beziehung und körperliche Kompatibilität zwischen Hund und Läufer erforderlich, und der Hund muss ein bestimmtes Trainingsniveau erreicht haben. Beim Dog Trail ist die korrekte Führung und Kontrolle des Hundes noch wichtiger, da die Strecken, insbesondere beim Laufen bergab, deutlich anspruchsvoller sind.
Beide Sportarten heißen alle Hunde willkommen, die geimpft und mit einem Mikrochip gekennzeichnet sind. Natürlich müssen, genau wie wir Menschen für sportliche Wettkämpfe trainieren, auch unsere Hunde ein schrittweises, auf diese Aktivitäten abgestimmtes Training absolvieren.
Welche Art von Training ist erforderlich?
Für Hunde wie auch für Menschen besteht das Ziel darin, die aerobe Leistungsfähigkeit durch Trainingsformen wie freies Laufen oder lange Wanderungen und Trekkingtouren zu steigern. Je größer Dauer und Distanz dieser Trainingseinheiten sind, desto besser eignen sie sich für Dog Trail im Vergleich zu Canicross.
Beide Sportarten erfordern zudem Schnelligkeitstraining, weshalb Bikejöring dabei helfen kann, den Hund zu stimulieren und zu motivieren. Für das Krafttraining eignen sich Scooterjöring oder Trainingseinheiten mit steileren Anstiegen. Der entscheidende Faktor für erfolgreiches Training in beiden Sportarten ist die Kontinuität, und das beste Training ist jenes, das Distanz, Gelände und Höhenprofile der Wettkämpfe möglichst genau widerspiegelt.
Welche Ausrüstung benötige ich für Dog Trail und Canicross?
Für beide Sportarten benötigst du Trailrunning-Schuhe. Beim Canicross empfiehlt sich ein leichtes Paar für maximale Geschwindigkeit, während beim Dog Trail ein robusteres Modell notwendig ist, das den Füßen mehr Schutz bietet.
Die Kleidung ist in beiden Sportarten ähnlich, häufig Shorts und T-Shirt, beim Dog Trail benötigst du jedoch zusätzlich einen Rucksack für Wasser und Verpflegung, sowohl für dich als auch für deinen Hund, sowie weitere vom Veranstalter vorgeschriebene Ausrüstungsgegenstände (z. B. Pfeife, Rettungsdecke, Mobiltelefon, Regen- bzw. Wetterschutz).
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Sowohl Menschen als auch Hunde müssen ihre Ernährung an die Art und Dauer des jeweiligen Rennens anpassen, z. B. Sprint- oder Ausdauerwettkämpfe.
Unabhängig von der Aktivität ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend für eine optimale Leistung. Es kann sinnvoll sein, den Hund bis zu anderthalb Stunden vor dem Start trinken zu lassen. Um die Wasseraufnahme zu fördern, können auch Geschmackszusätze oder spezielle Nahrungsergänzungen verwendet werden.
Aufgrund der langen Distanzen bei Dog-Trail-Veranstaltungen gibt es entlang der Strecke in der Regel Wasserstellen, an denen der Hund trinken kann. Dennoch ist es ratsam, zusätzlich eine Trinkschale und extra Wasser mitzuführen, falls der Hund an anderen Stellen der Strecke trinken muss.
Gibt es Unterschiede im Wettkampfformat?
Es gibt einen deutlichen Unterschied beim Start der Rennen. Beim Canicross erfolgt der Start normalerweise einzeln mit zeitlichem Abstand zwischen den Teams, während beim Dog Trail alle Teilnehmer derselben Kategorie meist gemeinsam in einer Gruppe starten.
Wenn du gerade erst mit Dog Trail beginnst, empfehlen wir, die erfahreneren Teilnehmer zuerst starten zu lassen, bevor du selbst losläufst, da die ersten Sekunden des Rennens für deinen Hund unübersichtlich und stressig sein können.
Zudem gibt es immer mehr Trailrunning-Wettkämpfe, die eine Dog-Trail-Kategorie einführen und damit klassische Laufveranstaltungen hundefreundlicher machen.
Dog Trail oder Canicross, was passt besser zu dir?
Dabei solltest du mehrere Faktoren berücksichtigen, darunter dein eigenes Fitnessniveau, die Rasse deines Hundes (einige Rassen eignen sich besser für Geschwindigkeit, andere eher für Ausdauer) sowie den Trainingszustand deines Hundes. Es kann gut sein, dass es für euch als Team keinen klaren Favoriten zwischen den beiden Disziplinen gibt. In diesem Fall solltest du einfach auf die Trails gehen und beide ausprobieren, und dich niemals scheuen, qualifizierte Trainer um Rat zu fragen.
Canicross und Dog Trail sind eigenständige Sportarten, machen aber auch großen Spaß und sind eine hervorragende Möglichkeit, die Bindung zwischen dir und deinem Hund zu stärken.
Verfasst von
Mattia Minori
Dog-Trail- und Canicross-Champion









